ÖDP Trassenbegehung verdeutlicht Unsinn und Unstimmigkeiten

03.12.2016

Trassenbegehung zur geplanten Ortsumfahrung stößt auf großes Interesse

ÖDP Mainburg für verantwortungsvollen Umgang mit unserer Hallertauer Heimat

Der Mainburger ÖDP-Ortsverband hatte eingeladen und über 90 Personen, darunter auch einige Familien mit Kindern, nahmen das Angebot an, den geplanten Trassenverlauf einer Westumgehung der B301 von Mainburg in Augenschein zu nehmen. In gut zwei Stunden wurde zu Fuß das nördliche Teilstück der Trasse zwischen Wambach und Ebrantshausen erkundet. Die Aktiven um die Mainburger ÖDP-Stadt- und Kreisräte Konrad Pöppel und Annette Setzensack, sowie Ortsvorsitzenden Bernd Wimmer konnten auch Peter Forstner aus Abensberg begrüßen. Forstner rief im Namen der von ihm geführten Öko-Allianz des Landkreises Kelheim zur Bewahrung von Natur und Schöpfung sowie einer regionalen bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft auf. Unterstützung kam auch von Mitgliedern der Bürgerinitiative Rudelzhausen mit Sprecher Georg Brunner, die gegen ebenfalls geplante Umfahrung der Ortschaften Rudelzhausen und Puttenhausen im weiteren Verlauf der B301 kämpfen. Konrad Pöppel erläuterte den interessierten Teilnehmern den Verlauf der im „vordringlichen Bedarf“ geplanten westlichen Ortsumgehung, die über 20 Millionen Euro kosten und auf einer Gesamtlänge von 7,5 km 24 Hektar wertvolles Natur- und Ackerland vernichten würde.

Die Verantwortlichen der ÖDP Mainburg setzen sich gemeinsam mit rund 500 Unterzeichnern einer entsprechenden Unterschriftenliste gegen die sinnlose Zerstörung der Hallertauer Heimat ein. Durch eine Umgehung würde der Verkehr innerorts kaum entlastet, sondern mehr Verkehr angezogen, so die ÖDP-Politiker. Beachtet werden müsse, dass die zu Stoßzeiten hohen Verkehrsdichten nicht vom Durchgangsverkehr erzeugt werden, sondern vom örtlichen Ziel- und Quellverkehr (Schulen, Arbeitgeber am Ort). Zudem würden sich die Kosten für Straßeninstandsetzung und -pflege deutlich erhöhen. Konrad Pöppel forderte, das Verbesserungspotential von Verkehrsfluss und Lärmschutz im Ort auszuschöpfen.“Ich halte es absolut für berechtigt, dass die Belastungen der Anwohner minimiert werden, aber nicht zu Lasten anderer, wie der Trassenanlieger oder der freien Landschaft, die ja auch als lokaler Erholungsraum dient“, argumentierte Pöppel. Bernd Wimmer pflichtete dem bei: „Warum gibt es bis heute kein sinnvolles Gesamtverkehrskonzept für Mainburg? Es kann nicht sein, dass die Stadtspitze im Alleingang beim Mitglied des Bundesverkehrsausschusses MdB Oßner vorstellig wird und so ohne Einbeziehung des Stadtrats und der Bevölkerung diese Verschwendung von Steuergeldern und sinnlose Heimatzerstörung vorangetrieben werden soll!“ Es sei absehbar, dass demnächst der Schwerlastverkehr auch durch Mainburg wegen einer bereits vom Bundestag beschlossenen Einführung einer Bundesstraßenmaut für LkW abnehmen würde. In 10 bis 15 Jahren seien außerdem weitaus mehr Elektroautos unterwegs, womit sich die Lärmbelästigung deutlich reduzieren werde. „Wenn man wirklich das Geld, das für die Umfahrung eingeplant ist, ausgeben möchte, dann etwa für die Erhaltung von lokalen Krankhäusern oder die gerechte Bezahlung des Pflegepersonals für Kranke und Alte“, ergänzte Pöppel, da sei es wesentlich besser investiert.

Stadt- und Kreisrätin Annette Setzensack appellierte an die Teilnehmer der Führung, auch selbst aktiv zu werden. „Heimat ist nicht nur ein Wort!“ brachte Sie die langfristigen unveränderlichen Auswirkungen und auch ihre eigene emotionale Betroffenheit zum Ausdruck. Alleine über die Überlegung, auf dieser Strecke, über Berg und Tal, eine Straße zu bauen, müsse man den Kopf schütteln. Man könne sich vorstellen, wie massiv die notwendigen Erdbewegungen und Eingriffe in den natürlichen Geländeverlauf seien, ergänzte sie mit Blick auf das Wambacher Tal. Die Ortsumfahrung sei weder zielführend, noch sei sie im Falle Mainburgs verhältnismäßig. Ganz zu schweigen von Folgen für die betroffenen Landwirte, die durch den Verlust ihrer bewirtschafteten Flächen teils sogar ihre Existenz verlieren würden. Auf eine Besonderheit des Wambachtals wies der städtische Umwelt- und Naturschutzreferent Pöppel hin: „In den 30iger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es hier einen Naturschutzgebietsvorschlag, der leider wegen des 2. Weltkrieges nicht mehr abgearbeitet wurde. Es hat damals dort noch Enziane und Orchideen gegeben. Eine Trasse würde dem Tal endgültig den Rest geben.“ Aus all den genannten Gründen hält es der ÖDP-Ortsverband Mainburg für mehr als vernünftig, weiter für den Verzicht auf konkrete Planungen und gegen den Bau einer Ortsumfahrung zu kämpfen. Ein ebenfalls diskutierte Trassenvariante im Osten Mainburgs sei für die Natur sogar noch desaströser und ebenso abzulehnen.

Die ÖDPler waren sich einig, dass die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen, die einer Verkehrszunahme deutlich entgegenwirken müssten, notwendig sind und die negativen Begleitumstände, wie Lärm, Flächenverbrauch und Landschaftszerstörung auf Dauer zu minimieren sind. Ein weiterer Flächenverbrauch und damit einhergehender Artenschwund dürfe auch in Bayern nicht mehr zulässig sein. Nach der Wanderung kehrte ein Teil der über 90 Teilnehmer ins Gasthaus Grasl in Ebrantshausen ein. Bei Musik von Ritsch Ermeier und reger Diskussion ließen sie einen Nachmittag ausklingen, an dem jeder augenscheinlich erspüren konnte, was dieser geplante Strassenbau tatsächlich bedeuten würde.

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